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Jahresbericht 2010 der Seniorinnen und Senioren der SP und Gewerkschaften
Die Monatstreffen im Restaurant Bundesbahn und der Ausflug der Seniorinnen und Senioren der SP und Gewerkschaften von BS und BL
Montag, 1.Februar
Treffen mit Jusos unserer Region. Nach gemeinsamem Nachtessen orientierte Tim Cuénod über die aktuellen Themen der Jungsozialisten: die Bildung und die Weiterbildung, der Lehrstellenmangel, die Vorhaben der Arbeitslosenkasse, die mangelnden günstigen Kleinwohnungen (Bau von Genossenschaftswohnungen gefragt), die 1 : 12 - Initiative. Helmut Hubacher bekräftigt mit Beispielen, dass es die Jungen in Berufsbildung und Stellenfindung heute schwerer und komplizierter haben, als wir damals. Ihre Probleme sind auch unsere, unsere grosse Sorge um die Zukunft unserer Kinder! Alte und Junge sollten sich nicht durch den von Interessengruppen geschürten Generationenkonflikt auseinander dividieren lassen.
Dienstag, 2. März
Finanzplatz Schweiz in Gefahr? Helmut Hubacher verweist auf die krummen Wege die zur Finanzkrise führten und auf die konstruierte Unterscheidung zwischen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung. Das Bankgeheimnis wurde zwar erst l934, angeblich „zum Schutz der Vermögen verfolgter Juden", ins Strafgesetz aufgenommen, aber praktiziert hat man es schon bald nach dem ersten Weltkrieg zum Schutz von Kriegsgewinnern und Konsorten. Auf die Verletzung des Bankgeheimnisses galt noch 2007 eine Busse bis zu 250`000 Franken und bis zu 3 Jahren Gefängnis. Wir erfuhren allerhand Vorder-und Hintergründiges über den Finanzplatz Schweiz, z.B. über rund 220 Mia unversteuertes Kapital auf hiesigen Banken, über Kapitalgewinne, Schrottpapiere, die Finma, die Auslieferung von Steuersünder-Adressen an Amerika, über Boni, Abzocker und die Minder-Initiative sowie über Herrn Grübel, der schon wieder mit einem Gewinn von 15 Mia rechnet.
Dienstag, 30. März
Genosse Gotthard Frick, der als Ingenieur in allen Weltgegenden gearbeitet hat, berichtet uns in einem sehr interessanten und mit Dias reich illustrierten Vortrag von seinen Erfahrungen in verschiedenen Gebieten Chinas. Er hat sich auch mit der Geschichte und der Moderne dieses immensen Landes befasst und uns eine Ahnung davon gegeben: eine demokratische! Diktatur ohne Gewaltentrennung, eine kommunistische Partei mit 80 Mio. Mitgliedern, 200 Mio. Wanderarbeitern, 700 Mio. Handybenützern, 3000 Universitäten, 5 staatlich anerkannten Religionen. Dem begabten Erzähler über die Spannungsvielfalt im Riesenreich China hätten wir gerne noch stundenlang zugehört.
Dienstag, 27.April
Hans Buser, der heute 75jährige Baselbieter Kaufmann, der einstige Sissacherbub, arbeitete 9 Jahre lang im kolonialen und postkolonialen Ghana, welches am 6.März 1957 als erste europäische Kolonie südlich der Sahara unabhängig, und als 81. Nation und damals reichstes Land Afrikas in die UNO aufgenommen wurde. Produziert wurde vor allem Kakao, gehandelt mit Gold und Mangan. Leider genügten wenige Jahre der Selbständigkeit, um die ganze Herrlichkeit verpuffen und das Land in Korruption versinken zu lassen. Hans Buser besucht das Land regelmässig und ist ein gefragter Vermittler zwischen Ghana und der Schweiz.
Dienstag, 25. Mai
Zolli-Führung mit Genosse Peter Studer. Punkt 14.30 zog der gutgelaunte Peter mit uns durch „seinen" Zolli. Zuerst besuchten wir schräge und andere Vögel, zum Beispiel die gefrässigen Kormorane, und hörten dazu von den Reaktionen der fischenden Menschen. Darauf folgten die Störche, von denen Ringelnatz sagt: „Der Storch hat krumme Beine, doch Kinder bringt er keine". Ein weiterer Zwischenhalt erfolgte bei den Elefanten, wo wir über deren kompliziertes Liebesleben informiert wurden. Zuletzt erfuhren wir im lehrreichen Etoscha-Haus vieles über den Lebenskreislauf von Pflanzen und Tieren unter und über der Erde. Danke Peter für die kurzweilige Führung.
Dienstag, 29. Juni
Linard Candreira, SP-Stadtrat für Soziales und Gesundheit in Laufen, erzählt aus dem Tagebuch des Flurin Lozza (1870-1919), dem Auswanderer von Marmorera, einem in einem Stausee verschwundenen Dorf in Mittelbünden am Fusse des Julierpasses. Als Sechzehnjähriger verliess Flurin seine Bündner Heimat, arbeitete u.a. als Kellner in Spanien und Frankreich und kehrte krank, ausgenutzt und enttäuscht in unregelmässigen Zeitabständen nach Hause zurück. Er fühlte sich jedoch in der Enge seines Dorfes auch nicht mehr wohl und zog immer erneut aus, um sein Lebensglück zu finden. - Zur Sprache brachte Linard Candreira die vielen Auswanderer aus Graubünden, bekannt sind z.B. die vielen Zuckerbäcker-Geschichten, dann die Mehrsprachigkeit, die auch im Tagebuch wiederholt angewendet wird.
Dienstag, 31.August
Wir treffen uns im Garten des „Bundesbähnli" zu allgemeinen Gesprächen, zum Gedankenaustausch über die bevorstehenden Bundesratswahlen und anderen schweizerischen „Nebensächlichkeiten".
Dienstag, 28. September
Wir besuchten die Silberfüchse, d.h. die sehr aktiven SP-Senioren und Seniorinnen der Stadt Schaffhausen, wurden herzlich bewirtet, politisch informiert, durch die Stadt geführt und auf dem Rhein herumgeschifft - ein prächtiger Tag. Danggschön!
(Unsere Mitglieder erhalten separat einen erweiterten Reisebericht.)
Dienstag, 26. Oktober
Unser heutiger Referent, Peter Hablützel, war in den letzten 30 Jahren Mitarbeiter von 4 Finanzministern, u.a. langjähriger Berater von Bundesrat Willy Ritschard und Direktor des Personalamtes von Bundesrat Otto Stich. Der Titel seines Buches „Die Banken und ihre Schweiz" stammt nicht von ungefähr: Hablützel kennt und durchschaut unser politisches und wirtschaftliches System gründlich. Sein Vortrag unterstrich die Tatsache, dass sich in unserem heutigen Leben fast alles nur noch um Geld dreht, Geld ist zum wichtigsten Wert an sich geworden. Und die Banken mit ihren Unsummen können fast alles, z.B. jede Abstimmung finanzieren und gewinnen.
Dienstag, 30. November
Wir treffen uns um 18 Uhr zur Hörnli mit Hackfleisch-Gala mit den Juso und freuen uns über ihr zahlreiches Erscheinen. Leider konnte unser geladener Ehrengast Regierungsrat Brutschin nicht kommen, er hat aber für grossartigen Ersatz gesorgt: mit Begeisterung durften wir unsere Regierungsrätin Eva Herzog begrüssen, die uns einleuchtend das Finanzausgleichsystem erklärte und die zum Teil schieflaufenden Ausgleichszahlungen. „Es kann doch nicht Sinn und Zweck des Systems sein, dass ressourcenschwache Kantone Ausgleichszahlungen von finanzstärkeren Kantonen erhalten, um damit Steuerdumping zu betreiben. Wir müssen für ein gerechtes System kämpfen". Der zweite Teil des Abends galt dem Abstimmungswochenende: viel Grund zur Standortbesinnung und -Bestimmung.
Dienstag, 14. Dezember
Gaggo und Grättimannen, Politisches und Literarisches à discretion.
Für die SeniorInnen der SP und der Gewerkschaften BS/BL: Meme Schlag


