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So ein freier Vormittag zuhause kann ganz schön nervig werden.

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SP Basel-Stadt kritisiert unkoordinierte Eröffnung neuer Herzkatheterlabors

Mit der Eröffnung von zwei neuen Herzkatheter-Labors am Basler St. Clara-Spital und am Kantonsspital Liestal werden die Bemühungen zur Senkung der Kosten im Gesundheitswesen einmal mehr unterlaufen. Die Zeche für die unkoordinierte Schaffung zusätzlicher, nicht bedarfsgerechter kardiologischer Dienstleistungen haben die Steuer- und Krankenkassen-prämienzahlenden zu begleichen. Zudem wird mit dem Überangebot die kardiologische Behandlungsqualität am Universitätsspital Basel (USB) wegen zu geringer Fallzahlen ernsthaft in Frage gestellt.

 Die Qualität medizinischer Eingriffe hängt unter anderem von der Häufigkeit ab, mit welcher eine Ärztin oder ein Arzt einen bestimmten Eingriff durchführt. Nur bei genügend grosser Erfahrung kann auf Komplikationen und unerwartete Ereignisse sicher und korrekt reagiert werden. Es ist daher verständlich, dass viele Länder die Bewilligung, bestimmte Eingriffe vorzunehmen, an Mindestfallzahlen binden, die in einem Behandlungszentrum anfallen. Folge davon ist, dass in Dänemark und den Niederlanden ein Herzkatheterlabor jeweils für mehr als eine Million Einwohner verantwortlich ist. In der Schweiz fehlen derartige Vorschriften, so dass durchschnittlich pro 275’000 Einwohner ein Katheterlabor betrieben wird.

In der Region Basel verfügt das Katheterlabor des Universitätsspitals Basel (USB) bisher über ein Versorgungsgebiet (Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Jura) von ca. 535’000 Einwohnern, nimmt man das Fricktal und das Schwarzbubenland hinzu, sind dies 640’000 Einwohner. Nun sollen zwei weitere Zentren (im St. Claraspital und im Kantonsspital Liestal) eröffnet werden, womit die Versorgungsdichte derart hoch würde, dass die nach verschiedenen Normen geforderten Fallzahlen in einem Teil dieser Zentren nicht erreicht werden und somit die nötige Behandlungsqualität nicht gewährleistet werden kann. Dies unter Inkaufnahme eines erheblichen finanziellen Aufwandes, für welchen schliesslich die Steuerzahler und Zahler der Krankenkassenprämien zur Kasse gebeten werden.

Die unkoordinierte Eröffnung weiterer Herzkatheterlaboratorien gefährdet auch die Qualität von Dienstleistung, Forschung und Lehre der universitären Kardiologie am USB. Die für Ausbildungszentren wesentlich strengeren Anforderungen könnten kaum mehr erfüllt werden, so dass das USB als Ausbildungs- und Forschungsstandort schweren Schaden nehmen würde.

Ärztinnen, Ärzte und Krankenkassen sind sich einig, dass die Ausweitung des Angebots an interventionellen kardiologischen Massnahmen unsinnig ist, weil sie einerseits die Qualität der erbrachten Leistungen gefährdet und andererseits erhebliche Kosten verursacht. In einem Artikel der «Neuen Zürcher Zeitung» vom 31.8.2009 wird diese Entwicklung in der Region Basel gar als «Anleitung zum Kostenwachstum» bezeichnet.

Die SP-Fraktion im Grossen Rat stellt der Regierung in einer Interpellation Fragen zu dieser Entwicklung und fordert sie auf, dieser unnötigen Mengenausweitung entgegenzuwirken. Die Interpellation im Wortlaut>>