Gemeinsame Medienmitteilung von SP Basel-Stadt, Grünen Basel-Stadt und BastA!
Mit
seiner Neujahrsrede hat Peter Malama der Politik und den Politikern in
der Region den Spiegel vorgehalten. Es fehle an Politikern, welche
Verantwortung wahrnehmen, welche anstatt für ihre Partikularinteressen
für die Kernanliegen der Region, für ihre Wirtschaft und ihren
Lebensraum einstehen. Es fehle am breit abgestützten Konsens für ein
effizientes Lobbying in Bern, an Koordination, am einheitlichen
Auftritt einer einzigen Dachorganisation der vielen Regioverbände.
Peter
Malama ist kein einsamer Rufer in der Wüste. Seine Botschaft stösst auf
offene Ohren. Die Schweiz ist immer stärker geprägt von
Metropolitanräumen und die Region Basel ist einer davon. Wie sich
Wirtschaft, Siedlungsräume, Verkehrsströme und Freiräume entwickeln,
betrifft die Region als Ganzes. Der Aufruf zur Stärkung der
partnerschaftlichen Interessenvertretung beim Bund, zur Überwindung von
Grenzen und zur Zusammenarbeit hat die uneingeschränkte Zustimmung von
Rot-Grün.
Wir verwahren uns aber gegen die einseitige und
polemische Verteilung von Zensuren, mit welcher der Auftritt des
Gewerbedirektors gespickt ist. Immerhin trägt er als
Bundes-parlamentarier selbst auch Mitverantwortung für das Auftreten in
Bern. Wir erwarten von den 17 Bundesparlamentariern der Region, dass
sie sich untereinander absprechen. Dabei kann Peter Malama gerade auch
in seinen Kreisen zu mehr gemeinsamem Vorgehen beitragen.
Das Amt
des Basler Regierungspräsidenten eignet sich offenbar besonders gut als
Projektionsfläche. Ausgerechnet das neue Präsidialdepartement oder die
Kantons- und Stadtentwicklung soll verantwortlich sein für alles, was
seit Jahren nicht rund läuft. Beide wurden in der Absicht geschaffen,
die Koordination zwischen den Fachdepartementen und die
Aussenbeziehungen des Kantons zu stärken. Dabei bleibt der
Regierungsrat ein Team und sein Präsident ist in vielerlei Hinsicht
abhängig vom Zusammenspiel des Kollegiums. Es gilt zu beachten, dass in
Bern die einzelnen Mitglieder des Regierungsrates in diversen
Direktorenkonferenzen (Gesundheit, Erziehung, Finanzen, Bau und
Energie), in welchen der Regierungspräsident selbst nicht vertreten
ist, Einsitz haben und auch auf diesem Weg ihren Einfluss für Basel
geltend machen.
Die Kernanliegen der Region hinsichtlich guter
Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, der Unterstützung der Hochschulen
oder bei Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur im
Agglomerationsprogramm müssen in der Tat gemeinsam definiert werden.
Der Regierungsrat hat die Anliegen in seinem Legislaturprogramm
zusammengefasst, welches diese Woche im Grossen Rat zur Debatte steht.
Gemeinsames Handeln erfordert Diskussionen, aber auch Konfliktfähigkeit
und den Respekt vor unterschiedlichen Positionen. Polemik kann
aufrütteln, sie wird aber kontraproduktiv, wo sie nur selbstgerecht
ist.
SP Basel-Stadt, Grüne Basel-Stadt, BastA!

