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Tagesschau vom 31.August 2010, 19.30h: Gleich zu Beginn der Sendung traten überraschenderweise Mike Müller und David Bröckelmann auf. Zwischen ihnen beiden eingekesselt Viktor Giacobbo alias Erwin Bischofberger, der etwas verschüchtert und mit gehetztem Blick den anwesenden Journalisten vorgeführt wurde. Die Hände hielt er vor dem Hosenschlitz aufeinandergelegt, als wären ihm Handschellen angelegt worden.

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Keine deplatzierte Demonstration militärischer Macht

Am kommenden Dienstag, 1. September, jährt sich zum siebzigsten Mal der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Ausgerechnet an diesem denkwürdigen Tag soll nun ein Panzergrenadier-Bataillon der Schweizer Armee ein Defilee durch die Basler Innenstadt veranstalten.  Die  SP Basel-Stadt ist sehr befremdet darüber, dass diesem Truppenaufmarsch zwei Vertreter der basel-städtischen Regierung beiwohnen sollen. Sie fordert den Regierungsrat auf, vielmehr auf eine Absage der gerade auch im historischen Kontext deplatzierten Veranstaltung hinzuwirken.

 

sp. Die Erinnerung an den Ausbruch des schrecklichsten Kriegs, den die Menschheit je erlebt hat, soll mit der gebührenden Nachdenklichkeit wach gehalten werden. Jegliche Demonstration militärischer Macht ist angesichts des unermesslichen Leides, das dieser Krieg den betroffenen Menschen und insbesondere der Zivilbevölkerung zugefügt hat, fehl am Platz – vor allem in einem Land, das glücklicherweise vom Krieg verschont geblieben ist. Unerträglich sind in diesem Zusammenhang die Äusserungen des Vorstehers des VBS, Bundesrat Ueli Maurer. Er stellte in einem Interview gegenüber Radio DRS fest, dass der Tag des geplanten Defilees glücklich gewählt sei, weil er zeige, dass die Schweiz im Gegensatz  zum damaligen Polen eine Armee habe und man sehe, dass ein Land ohne Armee einfach überrannt werde.

 

Tatsächlich wehrte sich die polnische Armee vier Wochen lang mit aller Kraft gegen den deutschen Angriff. Sie stand indessen alleine da: Frankreich und Grossbritannien wollten oder konnten nicht eingreifen, das verbündete Rumänien erklärte sich plötzlich für neutral und die Sowjetunion besetzte vom 17. September an ein Drittel des polnischen Territoriums von Osten her. Den verlustreichen Kampf der polnischen Armee einfach zu leugnen, ist eine dreiste Geschichtsfälschung. Besonders peinlich ist, dass der Verteidigungsminister unseres Landes glaubt, andere Nationen, die während des Krieges besonders schwer gelitten haben, belehren zu müssen. Gerade weil sie damals von einem Angriff verschont blieb, ist die Schweiz dazu weder in der Lage noch legitimiert.

 

Die SP Basel-Stadt fordert deshalb den Regierungsrat auf, keine Vertretung an das Defilee zu entsenden und vielmehr auf eine Absage der Veranstaltung hinzuwirken.