Die SP Basel-Stadt unterstützt den Frauen*streik am 14. Juni 2019 und beteiligt sich mit eigenen Aktionen am Streiktag. Die Grossratsfraktion fordert konkrete Massnahmen für mehr Gleichberechtigung auf parlamentarischem Weg. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, trägt die SP Fraktion diese Woche die Farbe der Frauenbewegung im Grossen Rat. Am Mittag versammeln sich die Fraktionsmitglieder vor dem Rathaus.

Lohngleichheit vorwärts bringen

Noch immer gibt es einen Lohnunterschied von 20% zwischen Männern und Frauen. Ein grosser Teil davon ist nicht erklärbar. Grossrätin Nicole Amacher ist entschlossen: „Der Auftrag zur Lohngleichheit der Geschlechter ist seit bald 40 Jahren in der Verfassung festgeschrieben. Die beträchtlichen Lohnunterschiede aufgrund des Geschlechts sind nicht länger zu akzeptieren. Da müssen wir handeln – sowohl auf der Strasse als auch im Parlament.“ Amacher reicht deswegen am 14. Juni 2019 eine Motion für Lohngleichheitsanalysen in Unternehmen ein. Diese verpflichtet Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden, alle 4 Jahre Lohnanalysen durchzuführen. Nur wenn die Unterschiede erkannt werden, können sie auch behoben werden.

Strukturelle Diskriminierung beheben

Die weniger sichtbare strukturelle Diskriminierung der Frauen in der Berufswelt geht Grossrätin Toya Krummenacher mit ihrer Interpellation an. Der Regierungsrat hat vorbildliche Massnahmen zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter in der Verwaltung ergriffen. Dennoch müssen die Anstrengungen beim Kanton stets intensiviert werden, um wirkliche Chancengleichheit herzustellen. Indirekte oder strukturelle Diskriminierung z.B. in den Anstellungs- und Beförderungsmechanismen sowie bei der Verteilung der Anerkennungsprämien muss aufgedeckt und ausgemerzt werden. „Es ist erfreulich zu sehen, dass sich der Regierungsrat dies auch bewusst ist. Denn der Kanton kann und soll hier als Vorbild für die Privatwirtschaft voran gehen. Auch beim Kanton gibt es Möglichkeiten, um die strukturelle Diskriminierung zu reduzieren. Beispielsweise sollten konsequent alle Stellen und insbesondere diejenigen in technischen Berufen, wo der Frauenanteil tendenziell tiefer ist, als Teilzeitstellen ausgeschrieben werden“, betont Krummenacher.

Elternzeit

Die Motion Gölgeli/Wyss fordert 38 Wochen Elternzeit. Auch dieses Anliegen steht ganz im Zeichen eines Fortschrittes in der Gleichberechtigung. „Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel: Wir müssen eine Elternzeit einführen, die diesen Namen verdient“, sagt Motionärin Sarah Wyss.

SP Basel-Stadt am Frauen*streik

Am 14. Juni 2019 beginnt die SP Basel-Stadt den Frauen*streik am Morgen um 7.15 Uhr mit einer Aktion am Bahnhof SBB unter dem Motto: „Der Fünfer und das Weggli. Das ist auch unser Recht!“ Ab 11.00 Uhr gibt es auf dem Clararplatz eine «Wunschstation» der SP Frauen* und SP Männer kochen für Frauen*. 

Ab 15:24 Uhr legen die Frauen* in der Schweiz spätestens ihre Arbeit nieder. Denn ab dann arbeiten sie jeden Tag unbezahlt. Die SP Frauen* Basel-Stadt gehen zum Theaterplatz, wo die offizielle Streikkundgebung ab 16.30 Uhr beginnt. 

Um 17.00 Uhr schliessen sich die SP Frauen* der Demonstration durch die Stadt an, die wiederum am Theaterplatz endet.

12. Jun 2019